Mein Fazit zu Great Expectations Pt. II
Wie versprochen liefere ich heute den zweiten Teil der Workshopergebnisse. Am Nachmittag arbeiteten Unternehmensvertreter und Studierende an den folgenden Themen:
Fairness und Gerechtigkeit
Hier wurde deutlich, dass neben einer angemessenen Bezahlung der Umgang untereinander eine wichtige Rolle spielt. Was ist eigentlich eine faire Bezahlung? Eine schwierige Frage, die letztendlich damit beantwortet wurde, dass das Gehalt für beide Seiten als gerecht akzeptiert sein sollte. Mir fiel auf, dass ich die gehaltlichen Vorstellungen der Studierenden im Gegensatz zu sonstigen Gesprächen mit Absolventen als extrem bescheiden empfand. Zufall oder vielleicht doch der Konfrontation mit Geschäftsführern und Personalern geschuldet?
Die Studierenden wünschen sich Anerkennung und Wertschätzung sowie ein offenes Feedback und einen transparenten Umgang mit Informationen. Die Unternehmensvertreter wiesen darauf hin, dass dies auf Gegenseitigkeit beruhen sollte. Insbesondere das ehrliche Feedback bliebe von Seiten der Mitarbeiter häufig aus. Sie wünschten sich eine transparente Kommunikationskultur aller Beteiligten. Gegenseitiges Vertrauen sei auch die Basis dafür, individuelle Lösungen für Mitarbeiter entwickeln zu können.
Gestaltungsfreiraum und Verantwortung
Freiraum für eigene Ideen zu bekommen, vielleicht sogar ein eigenes Budget verwalten, Ziele ohne vorgegebenen Weg erreichen – so formulierten die Studierenden zunächst ihre Wünsche an ihre berufliche Tätigkeit. Die Unternehmensvertreter wiesen darauf hin, dass Freiraum auch bedeute, die Konsequenzen des eigenen Handelns tragen zu müssen. So sei es wichtig Fehler einzugestehen und die Verantwortung zu übernehmen. Nicht nur die Kür, sondern auch die Pflicht seien entscheidend für den Erfolg. Letztendlich müsse auch die Fleißarbeit mit demselben Elan erledigt werden. Darüber hinaus, gebe es sehr wohl kritische Prozesse, die eingehalten werden müssen. Es sei also nicht immer möglich, den Weg zur Zielerreichung völlig offen zu lassen.
In weiteren Diskussion wurde sichtbar, wie wichtig an dieser Stelle eine gute Einarbeitung, die Begleitung durch Feedback und professionelle Delegation gerade für Berufsanfänger ist. Das schrittweise Übernehmen von Verantwortung und eine Kultur, in der aus Fehlern gelernt werden kann, helfen bei der Eröffnung größerer Spielräume.
Flexibilität (räumlich und zeitlich)
Überraschend gab es hier tatsächlich eine große Einigkeit. Die Studierenden und die Unternehmensvertreter blickten gemeinsam sehr differenziert auf das Thema. Gleitzeit? Selbstverständlich. Überstunden? Klar, aber bitte nicht als Selbstzweck. Home Office? Hat Vor- und Nachteile – es fehlt der Austausch mit Kollegen und die ständige Erreichbarkeit kann auch stressen. Die Unternehmensvertreter berichteten darüber, was aus ihrer Perspektive den Alltag prägt. Kreation lässt sich beispielsweise nicht in Zeit messen. Der Takt wird meist von den Anforderungen des Kunden vorgegeben. Mit Vertrauensarbeitszeit gibt das Unternehmen ein großes Stück Kontrolle auf, was von den Mitarbeitern gern gesehen wird, aber auch viel Eigenverantwortung erfordert. So müssen Mitarbeiter auch selbst Grenzen setzen, wenn es zuviel wird.
Aber was erwarten Unternehmen denn nun eigentlich ganz konkret von Absolventen? Ehrlichkeit, Respekt, Disziplin, Selbstreflexion und emotionale Intelligenz, Verbindlichkeit und Pünktlichkeit, Neugier und Leidenschaft. Die guten alten Tugenden. So einfach ist das.
(Vanessa/HR)
Eine schöne Zusammenfassung einer lobenswerten Veranstaltung. wo sich so manche Unternehmen mit Flipcharts, Expertenkeynotes und anschließendem Brainstorm in Tagungshotels einschließen um herauszufinden was "der Bewerbermarkt" verlangt, wird hier einfach mal auf Vertreter der Generation zugegangen.Schön das die Worte Transparenz, Ehrlichkeit und Offenheit auf seiten "der Jugend" fallen, dass sind so wichtige Attribute in der Unternehmenskommunikation und es lohnt sich ständig daran weiterzudenken und auch einfach mal was davon umzusetzen!Würde mich riesig freuen den nächsten Abend mit großen Erwartungen mal live zu erleben!